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„Und wir“, fragte Anna,„was thun wir?“
„Nun, ich denke, die Sommer bringen wir in die⸗ ſem herrlichen Thale zu und im Winter leben wir in Petersburg. Ich kenne dann eine kleine niedliche Frau, welche in den dortigen Salons durch Anmuth und Lie⸗ benswürdigkeit—“
Der Graf konnte nicht vollenden. Das junge Mäd⸗ chen hatte ihm mit der ſchmalen weißen Hand den Mund verſchloſſen und rief jetzt ſchelmiſch:
„Still! Das iſt gegen die Verabredung: bis hierher und nicht weiter!“
„Ja, ja“, ſagte der Veteran, ſeine Nichte mit Zärt⸗ lichkeit betrachtend,„ſo war es auch zu meiner Zeit, als ich noch am Hofe des ritterlichen Guſtav III. lebte. Wenn man eben im beſten Zuge war, den Damen Schmeicheleien zu ſagen, wurde einem plötzlich Schwei⸗ gen geboten; aber man fügte ſich gern, denn dieſes Gebot wurde von einem Lächeln begleitet und man hatte inzwiſchen Zeit, bewundernd in ſchöne Augen zu blicken.“
Ende.
Druck von Bär& Hermann in Leipzig. Papier von Julius Lange in Jeßnitz bei Deſſau.


