188
der wilde Cederſtröom, wie man mich allgemein nennt!“
„Nun, was ſoll das?“ fragte ſein Gegner mit einem mitleidigen Achſelzucken.
„Sie haben ſich in ein fremdes Jagdrevier verirrt, Herr Major. Hier bin ich Herr, und wer mir nicht gefällt, den weiſe ich hinaus.“
„Sie ſind ein Grobian, mein Herr.“
„Genug! Sie werden mit mir ein paar Kugeln wechſeln!“
„Wie es Ihnen beliebt. Zu welcher Stunde und an welchem Ort beſtimmen Sie das Rendezvous?“
„Morgen früh acht Uhr auf dem Dunkeberge!“ rief Cederſtröm und ſtürzte, wüthende Blicke ſchleudernd, fort.
„Dies ſoll uns keineswegs verhindern, den Abend möglichſt vergnügt zuzubringen“, ſagte der Major. „Ihren Arm, Mademoiſelle, der Wagen wartet.“
Mademoiſelle Leontine hüpfte graziös an der Seite ihres neuen Verehrers die ſchmale Treppe hinunter, ein kokettes Lächeln lagerte ſich auf ihren Lippen, und behaglich lehnte ſie ſich in die Polſter der Kutſche, als dieſe fortrollte.
Als dem Reichsverweſer am andern Tage gemeldet wurde, daß zwiſchen zwei Offizieren der Garniſon ein Piſtolenduell ſtattgefunden habe, fragte er:


