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dem Grafen Zubow Gelegenheit gab, mehr in den Vordergrund zu treten.
„Wer ſind Sie, mein Herr, und was erbitten Sie?“ fragte der König, ſeinen Blick feſt auf den Ruſſen heftend.
„Der Herr iſt ein Graf Zubow“, bemeitte Toll, ‚und iſt genöthigt geweſen, als Flüchtling ſein Vater⸗ land zu verlaſſen.“
„Aus welchem Grunde?“
„Weil er von dem General Araktſchejew, dem Günſt⸗ ling des Kaiſers Alexander, verfolgt und gehaßt wird.“
Die Stirn des Monarchen verfinſterte ſich.„Mein Schwager Alexander“, ſagte er in herbem Tone,„ver⸗ folgt mich und hat ſich meinen Feinden zugeſellt. Statt mit mir für das Recht der Legitimität in die Schran⸗ ken zu treten, tauſcht er Freundſchaftsverſicherungen mit dieſem Bonaparte— er nannte Napoleon nie anders— aus, welcher darauf ausgeht, die alten Throne umzu⸗ ſtürzen. Er hat ihm ſeinen höchſten Orden verliehen und jetzt nimmt er ſogar keinen Anſtand, mich in Fin⸗ land zu bedrohen.“
„Deshalb iſt es doppelt nothwendig, Majeſtät“, be⸗ merkte Toll mit Schlauheit,„daß wir uns gegen die⸗ jenige Partei in Petersburg zuvorkommend zeigen,


