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— Königthum unentbehrliche Norhwendigtet ſtreng auf⸗ recht halten zu müſſen.
Ein ſchöner Wintermorgen war einer ſtrengen nor⸗ diſchen Nacht gefolgt, und während die hellen Strahlen der Sonne die hohen Spiegelſcheiben des königlichen Schloſſes beſchienen, hatte ſich das Audienzzimmer und der an das Schlafgemach ſtoßende Saal des Königs bereits mit Aufwartenden gefüllt. Unter dieſen be⸗ merkte man den bei Guſtav Adolf Alles vermögenden Baron Toll, deſſen Aeußeres ſich durch eine lange, ha⸗ gere Figur, durch blondes Haar, durch eine Habichts⸗ naſe, durch eine breite Stirn und durch große blaue Falkenaugen auszeichnete; dann den Grafen Ugglas, Oberſtatthalter von Stockholm, den Kanzleipräſidenten, Kabinetsminiſter von Ehrenheim, den Marſchall Kling⸗ ſporr und andere Militärs und Mitglieder des hohen Adels. Am meiſten erregte aber in dieſem Augenblick der Graf Moritz von Armfelt, einſt als nordiſcher Apoll und als der Liebling aller Damen des Hofes bekannt, die Aufmerkſamkeit der Anweſenden, denn ihm zur Seite ſtand ein ſchöner junger Mann von hoher Geſtalt mit einem offenen, ausdrucksvollen Geſicht, welcher in ſeiner einfachen finiſchen Nationaltracht, beſtehend in einem weiten Ueberrock mit gelber Schärpe, gegen dieſe gold⸗ geſtickten, beſternten Uniformen zwar ſehr abſtach, deſ⸗


