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ten, daß ſie den von dem Baron ausgeſprochenen Wunſch keineswegs übel nehme, zogen ſich die Brauen ihres Begleiters finſter zuſammen und er ſchleuderte ihr einen Blick zu, vor dem ſie zu erſchrecken ſchien, denn ſie ſenkte augenblicklich den Kopf und bemühte ſich, ihre frühere zurückhaltende Miene wieder anzunehmen.
In dieſem Augenblick trat der Poſthalter ein und meldete, die Mütze in der Hand:
„Der Skjut hat angeſpannt, und wenn es den Herr⸗ ſchaften gefällig iſt, ſo können ſie nunmehr die Reiſe fortſetzen.“
Der Mann mit dem langen Bart und den ſchein⸗ heiligen Augen erhob ſich, und indem er ſich der Thür zuwendete, gab er ſeiner Begleiterin einen Wink, voran zu gehen. Aber der Baron ſprang dazwiſchen und bot dieſer galant den Arm.
„Erlauben Sie, daß ich Sie führe, ſchöne Julie“, rief er;„die Nacht iſt finſter und ich würde in Ver⸗ zweiflung gerathen, wenn Ihr niedlicher Fuß ſich an einem Steinchen ſtieße.“
Ein ſchelmiſches, halb unterdrücktes Lachen entglitt den Lippen der ſchönen Julie, während ihr Begleiter mit finſtern, zornglühenden Blicken nachfolgte, ohne daß er jedoch gegen das freie, ungenirte Benehmen des Barons Einſprache zu thun gewagt hätte.


