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„Wollen Sie mich ungehört verurtheilen?“ fragte der Graf mit weicher Stimme.
Jetzt erhob ſich langſam das junge Mädchen; in der nächſten Sekunde befand es ſich auf dem Lande.
„Anna“, ſagte der Major,„Sie ſind auf hinter⸗ liſtige Weiſe getäuſcht worden. Der Schein ſpricht gegen mich, das iſt wahr, aber dennoch bin ich un⸗ ſchuldig.“
Noch immer erfolgte keine Antwort.
„Hören Sie mich. Ich ſtand allerdings zu Peters⸗ burg in einem ernſten Verhältniß zu einer jungen Dame, allein ſie betrog mich auf eine unwürdige Weiſe. Ich überraſchte ſie bei einem téte-Aà-téte mit dem Großfürſten Conſtantin, es kam zu einem harten Auftritt und deshalb mußte ich fliehen. Fragen Sie ſich nun ſelbſt, was verdiene ich mehr, Ihre Verachtung oder Ihr Mitleid?“
Ein leiſes Schluchzen ließ ſich vernehmen.„Und Sie konnten ſo ſchnell vergeſſen?“ tönte es mißtrauiſch. „Wie konnte ich eine Unwürdige noch lieben? Würden Sie in einem ſolchen Fall nicht auch vergeſſen
haben?“
„Nein!“ lautete die feſte und beſtimmte Antwort.
„Um ſo größer wäre das Verbrechen gegen Sie geweſen“, ſagte der Major bewegt,„aber glücklicher⸗


