Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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ſo freches Spiel würde Zubow mit Dir zu treiben nicht gewagt haben. Doch wie iſt der Vetter zu dem Briefe gekommen?“

Anna bedeckte ihr Geſicht mit beiden Händer.„Unſer Haus iſt entehrt“, rief ſie,„er hat ihn aus dem Zim⸗ mer des Majors geſtohlen. Dies iſt ſein eigenes Ge⸗ ſtändniß!“

„Der Elende!“ rief der junge Fine entrüſtet.„Nie mehr darf er dieſe Schwelle betreten!“

„Höre weiter. Als auch dieſe Enthüllung mich ſei⸗ nen Anträgen nicht geneigt machte, ſchwor er Rache. Zubow iſt ein Flüchtling. Die Theilnahme an einer geheimen politiſchen Geſellſchaft und ein ſchlimmer Handel mit dem Großfürſten Conſtantin, gegen den er den Degen zog, haben ihn aus ſeinem Vaterland ver⸗ trieben, und jetzt verfolgen ihn Steckbriefe. Holm weiß dies Alles; morgen mit dem Frühſten wird er hier ſein, um ſich des Majors zu bemächtigen und ihn an den nächſten ruſſiſchen Grenzpoſten auszuliefern.“

„Das darf nicht ſein, unſere Ehre iſt engagirt. Er muß gerettet werden!“

„So dachte ich auch, Bruder.“

„Du biſt ein edles Mädchen. Hat Zubow Dich wirklich hintergangen, ſo rächſt Du Dich in einer Weiſe an ihm, die mich Deinen hochherzigen Sinn be⸗