Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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wird kurz abgemacht ſein, und um Mitternacht, denke ich, ſind wir wieder zu Hauſe.“

Er verſchwand in den labyrinthartig engelegten Laubgängen und bald hörte Jakuſchkin auf dem kni⸗ ſternden Sande ſeine Schritte nur noch in der Ferne.

„Habe ich recht daran gethan“, fragte ſich der Lieu⸗ tenant, indem er ſeinen Kopf in beide Hände ſtützte, „daß ich ihn aus ſeinem ſüßen Liebestraum ſo grauſam erweckte und ſein Herz ſo ſchmerzlich verwundete? Aber es mußte ſo ſein, ein ſo edler Mann durfte nicht von einer ſolchen Sirene ſo ſchamlos betrogen werden; er hat eine ſtarke Seele und wird den Schmerz ſolcher unwürdigen Enttäuſchung von ſich abſchütteln und mir ſpäter dafür danken, daß ich ihm den Abgrund zeigte, vor dem er ſtand.“

Während ſich der Lieutenant dieſen Betrachtungen überließ, näherte ſich der Major behutſam dem Land⸗ hauſe. Seine Brauen waren finſter zuſammengezogen, ſeine Lippen feſt aufeinander gepreßt; eine düſtere Ent⸗ ſchloſſenheit ſprach aus ſeinem Weſen.

„Ich liebte ſie ſo heiß und innig, wie nur jemals eine Frau von einem Manne geliebt worden iſt“, mur⸗ melte er.„Das Ziel meines ganzen Strebens war, ſie glücklich zu machen, und jetzt— Verrath, Untreue! Nein, ich will nicht eher daran glauben, als his is ich mich

v. Keſſel Petersburg und Stockholm. I.