Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Jau, ſprach er ſchließlich vor ſich hin,groß ſind deine Verdienſte um Rußland allerdings geweſen, un⸗ ſterblicher Kaiſer, aber du haſt deinen Nachfolgern doch nur ein Volk von Sklaven hinterlaſſen, und wäh⸗ rend alle übrigen europäiſchen Nationen auf dem Wege der Civiliſation unaufhaltſam voranſchreiten und das Licht der Aufklärung ſeine befruchtenden Strahlen nach allen Seiten ausbreitet, herrſcht hier bei uns noch fin⸗ ſtere Nacht; Menſchenwürde iſt ein unbekanntes Wort, und es gibt keine Geſetze, welche das zur Sklaverei verurtheilte Volk gegen die Gewaltthaten der Großen, gegen Despotismus und Willkür zu ſchützen vermögen!

Während der Unbekannte dieſen Monolog mit über⸗ einandergeſchlagenen Armen hielt und eben jetzt im Begriff ſtand, ſeinen Weg fortzuſetzen, huſchte plötzlich eine Geſtalt, die ſich bisher hinter dem Rieſenblock, der das Poſtament zu der Reiterſtatue bildet, verbor⸗ gen gehalten hatte, hervor und ſtand in der nächſten Sekunde an ſeiner Seite.

Sie haben ſo eben treffliche, Herzerwärmende Worte geſprochen, Herr Graf begann der Fremde, aber ich denke, bevor man ſich mit den Angelegenheiten Anderer beſchäftigt, ſieht man erſt zu, ob die eigenen in Ordnung ſind.

Der auf dieſe Weiſe ſo unerwartet Angeredete trat überraſcht unwillkürlich einen Schritt zurück.