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ſich wieder, und theilte unter ſeine Knechte die nöthigen Befehle für ſeine Sicherheit und Ret⸗ tung aus. Er ſelbſt eilte nach dem Dome, und nahm von dem Hochaltare mit frecher Hand das Allerheiligſte zu ſich, um dadurch in der äußerſten Gefahr das Verderben von ſich abzuwenden.
Auf dieſe Art auf alles vorbereitet, eilte nun der Schändliche zu Adelheid, die jeden Augenblick dem Kampfe der Tugend mit dem Laſter muthig entgegen ſah und in dem höch⸗
ſten Grade der Ueberraſchung zurückbebte, als ſie den Abt herein treten ſah. Ihn, den
ſie als einen Heiligen verehrte, hier an dieſem Wohnorte des Laſters zu erblicken, das war für ſie ein unauflösliches Räthſel. Sie wähnte in ihm einen Engel des Lichts zu erblicken, den der Himmel wunderbar zur Rettung ihrer Unſchuld ſende, und von neuer wiederkehrender Hoffnung belebt, ſank ſie, bei dem Anblicke
der Monſtranz, voll hoher Ehrfurcht und An⸗
dacht hin auf ihr Angeſicht zur Erde. Der Abt faßte ſie liebreich bei der Hand,


