Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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„Bertha ward von Veit geliebt, und dieſer iſt entflohen? ſo iſt es doch wohl möglich, daß jene Alte Wahrheit ſprach; denn wie bald und leicht reißt der Taumel blinder Lei⸗ denſchaft zu vermeſſenen Uebereilungen hin. Meine gute Tochter ſah die Qual der Unglück⸗ ſeligen und die Foltern ihres Gewiſſens, ihr edles Herz konnte den Anblick dieſes Elends nicht ertragen, darum floh ſie in das Kloſter und betet jetzt für die Unglückliche an dem heiligen Orte, wo das fromme Mädchen ſo oft und gern voll heißer Andacht weilte.“ So dachte der Graf bei ſich ſelbſt, und alles ſchien ihm nunmehr vollkommen klar und deutlich zu ſein, ohne es zu ahnen, daß er ſo weit von der Wahrheit entfernt war. Indeſſen thürmte ſich das Ungewitter, das Mathilden und Herrmann um eben dieſe Zeit nach der Jägerhütte trieb, mit ſeiner ganzen Schreckbarkeit über der Wetterburg empor. Die Blitze zuckten blendend durch die Fenſter und wild rollte der Donner daher. Noch ſchlummerte die Kranke, doch jetzt