Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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halb, theuerer Herrmann, bitte ich Euch, daß

dieſem Kerker drückt, mit Gelaſſenheit ertraget; denn ich verſpreche es Euch mit voller Zu⸗ verſicht, daß dieſes die letzte Nacht ſein ſoll, die Ihr in dieſen öden Mauern vertrauert; wenn die Welt um zweimal zwölf Stunden älter iſt, dann, Herr Ritter, dann ſeid Ihr frei. Ach wie gern möchte ich Euer Schickſal

beruhet zu ſehr darauf, daß ich ſchleunigſt zu⸗ rück eile, ehe die Wachſamkeit meiner Beobach⸗ ter meine heimliche Entfernung erlauſcht. Sie wollte ſchnell wieder davon ſchlüpfen, jedoch mit heißer Inbrunſt ergriff Herrmann ihre Hand, die er an ſeine glühenden Lippen drückte, indem er von Schmerz und Wonne hingeriſſen ausrief:Ein Druck von dieſer 3 Hand, ein Blick aus dieſem Auge, theuerſtes

munde lindern jahrelanges Elend, und wür⸗

zur Hülfe auf immer uns abſchneiden. Des⸗

Ihr Euch in Geduld faſſet, und nur noch einen Tag das harte Loos, das Euch in

hier mit Euch theilen, jedoch Euere Rettung

Mädchen, und ein Lächeln von dieſem Roſen⸗