Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Tochter durch ihn zu erhalten; allein an ſeinem Felſenherzen gleiteten meine Klagen und meine Bitten ab. Gefühllos ſpottete der Nichts⸗ würdige der Foltern meines Herzens, und höhniſch lachend ließ er mich in der quälend⸗ ſten Ungewißheit iber das Schickſal meiner Lieben zurück. Kummervoll warf ich mich auf meinem elenden Lager umher, auf welchem mich die fürchterlichſten Schreckbilder meiner Phantaſie von dem Schickſale meiner Gattin und meiner Tochter aus halbwachen Träumen aufgeſchreckt hatten, und in ſchrecklicher Bangigkeit meines kummerbelaſteten Herzens flehte ich zu dem empor, deſſen Ohr auch die Rieſenmauern meines Kerkers durchdrang, mir Gewißheit von dem Schickſale meiner Lieben zu ſchenken. Meine heißen Thränen floſſen glühend auf den kalten Felſenboden nieder, und mit Frel⸗ den würde ich mein Haupt dem vernichtenden Todesſtreiche dargereicht haben, wenn ich da⸗ durch Wahrheit hätte erkaufen können. Da ſchien der Himmel Erbarmen mit meiner Angſt