Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

154

Bruder gab, er ſtahl mir Weib und Kind, und häufte end ſſen Jammer, Schmach und 3 Schande über mein Haupt. Nur ſpäterhin erſt erfuhr ich, daß dieſer Böſewicht nicht auf eigenen Antrieb ſeines böſen Herzens dieſe Frevelthat an mir, ſeinem Freunde und Wohl⸗ thäter, verübt hatte, ſondern nur als Helfers⸗ helfer von dem ſchändlichen Gregor, der mein treues Weib liebte, beſtochen war, um dieſen Raub zu vollziehen, und dem Nichtswürdigen die unglücklichen Schlachtopfer ſeiner Wolluſt zuzuführen. Noch tönt wie Donner die Schreckenspoſt in mein Ohr, die mich bei meiner Rückkehr betäubt und ſinnlos darnieder ſchmetterte. Der Löwin gleich, der man ihre Jungen raubte, raffte ich mich empor, und von Wuth entflammt ſtürmte ich hinaus, um den Räuber aufzuſuchen. Wild jagte ich durch den Forſt dahin, als plötzlich aus dem Dickicht ein Mörderſpieß herausfuhr und mich be⸗ ſinnungslos vom Roſſe ſtürzte. Die Nacht des Todes umdüſterte meinen Blick und meine Sinne, und wohl mir, wenn dieſe Nacht nie 4.