Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
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ihn unwillkürlich nach der holden Jungfrau hin, er bat um Gegenliebe und erhielt ſie.

Mein Freund verbarg dem Vater keineswegs,

was ſein Herz für ſeine ſchöne Tochter fühlte; er ſelbſt machte ihn zum Vertrauten ſeiner Liebe. Graf Alboin war reich an Gold wie an Verdienſt und jeder Rittertugend, kein Fürſt durfte ſich ſchämen, ihn Sohn zu nen⸗ nen; er bat den deutſchen Mann um die Hand ſeiner ſchönen Tochter, der ſagte ſie ihm zu, ſegnete den Bund der beiden Liebenden, und geſtärkt durch die ſüße Hoffnung ſeines nahen Glücks, zog mein Freund von da mnen. Im Fluge kehrte er in kurzer Zeit zurück, um ſeine Braut als Gattin heimzuführen und ſein Glück zu krönen; doch hört es, erlauchter Herr! vernehmt es, deutſche Ritter: der deutſche Mann brach Wort und Schwur, verſchloß dem Edeln ſeine Burg, und verweigerte ihm mit frechem Hohngelächter die verſprochene

Braut. Zu edel, als an dem Manne Rache

zu üben, den die geliebte Jungfrau Vater nannte, zog Alboin dahin, doch der tiefe Gram,