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ein unbekannter Ritter von ungewöhnlich hohem Wuchs und kraftvollem Anſehen mit geſchloſſenem Viſire kniebeugend vor den Kaiſer. Aller Augen waren auf den Fremdling ge⸗ richtet, und eine tiefe Stille herrſchte rings umher, als er zu reden begann.
„Lange lebe Konrad, der Gerechte, der Beſchützer der Unſchuld!“ wandte ſich der Ritter mit ehrfurchtsvoller Geberde zu dem Kaiſer.„Er verzeihe dem Fremdling, den der Glaube an des Kaiſers Gerechtigkeitsliebe ſo kühn macht, dieſes Feſt zu unterbrechen und dieſen um Hülfe und Schutz anzuflehen.“
Der Kaiſer winkte mit gnädigem Blick ihm zu und befahl ihm zu reden. Der Fremdling fuhr fort:
„Graf Alboin, ein welſcher Rittersmann und mein Freund, kam einſt auf einem Zuge durch Euer Reich in eine Ritterburg. Der
Hausherr nahm ihn freundlich auf, doch freund⸗ licher noch die ſchöne Tochter deſſelben. Von ihren Reizen ward bald das Herz meines Freundes gefeſſelt; der Liebe ſüße Macht riß


