Teil eines Werkes 
3. Theil (1805)
Entstehung
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56 ihre voͤlllge Reife; ungeachtet der Verſchieden⸗ heit unſers Glaubens liebten wir uns als Bruͤder. In dieſem Zeitraume hatte mir mein geliebtes Weib vier holde Kinder geboren, und das erſte, das lallen konnte, lehrte ich Adelfred's Namen ſegnen.

Nach mancherlei fruchtloſen Anſchlaͤgen meinen Freund in Freiheit zu ſetzen, entdeckte Adelfred eine kleine Oefnung in ſeinem Gefaͤng⸗ niſſe, die auf die Hoͤfe des Pallaſtes fuͤhrte und ihm durch meine Unterſtuͤtzung zur Flucht be⸗ huͤlflich ſeyn konnte. Ich war ſogleich bereitwil⸗ lig dazu ihm die Flucht zu erleichtern; dennoch war kein anderer Weg meinen Freund in Freiheit zu ſetzen, als durch die Pforten des Pallaſtes. Ich nahm daher keinen Anſtand, den Pfoͤrtner durch eine nahmhafte Summe fuͤr unſern An⸗ ſchlag zu erkaufen um uns die Pforten zu oͤffnen. Auf dieſe Art gelang es mir, Adelfreden in ei⸗ ner Verkleidung in Freiheit zu ſetzen. Mit aller Innigkeit meines ihn liebenden Kerzens freuete ich mich des gelungenen Anſchlags und in einer feurigen Umarmung ſeierten wir die ſchmerzvolle Scene der Trennung, als wir beide durch eine naͤchtliche Patrouille uͤberraſcht und angehalten wurden. Ich nannte jedoch dem Anfuͤhrer der Patrouille meinen Namen, und ehrerbietig zog 5 mit ſeiner Mannſchaft zuruͤck ohne unſern Zeg weiter zu ſtoͤren. Adelfred eilte nach einer