Teil eines Werkes 
3. Theil (1805)
Entstehung
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* Lieben, meine Einbildungskraft vor. O laß uns eilen! denn ſieh! dort hinter jenen drohenden Gebirgen, erheben ſich die Thuͤrme von Lanbed⸗ der, wo ich alles wieder finden ſoll, was mir uͤber alles theuer und hellig iſt!

Rauh und uneben war der Pfad, den Beide jetzt betraten, und die Sonne tauchte ſich am entfernten Ozean in ihr Waſſerbette hinab. Der erſte duͤnne Schleier der Daͤmmerung zog ſich uͤber die Erde und die leichten Abendwinde ſpielten um die Wange der beiden Wanderer.

Jetzt naͤherten ſie ſich einer hohen majeſtaͤtiſchen

Ulme, deren Aeſte ſich uͤber das enge Thal ver⸗ breiteten in welches ſie eingetreten waren. An dem Stamme des Baumes erhob ſich eine kleine Raſenbank, unfern eines kleinen ſilberhellen Ba⸗ ches, der ſich ſanft rieſelnd um die Berge da⸗ hin wand

Entzuͤckt von der Erinnerung vergangener Tage, warf ſich der Pilger auf die Raſenbank nieder.Ach Ali! ſeuzte er in ſuͤßer Begei⸗ ſterung, dieſer Platz iſt mir uͤber alles theuer! er erinnert mich an jene gluͤckliche Vergangen⸗ heit, wo ich ſo oft die Schwuͤre ewiger Liebe und Treue mit meiner geliebten Helena wech⸗

ſelte. Hier war es, wo ich an ihrem lisbevol⸗

len Buſen, von ihren Armen umſchlungen, ſo oft unausſprechlich gluͤcklich, und Zeuge ihres

edeln menſchenfreundlichen Herzens war, wen