Druckschrift 
Hans Brahe oder: der Sonderling mit dem schwarzen Mantel / von Karl Keller
Entstehung
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wandelt, uͤber mich ausſprechen, wenn ich jemals gegen Deine Liebe unempfindlich werden koͤnnte?— Heftiger druͤckte ich ſie an mein Herz, und hoͤher

hoob das Entzuͤcken meine Bruſt.

Heiter laͤchelte ſie mich an, und mit Selbſtzu⸗ friedenheit ſchien ſie die Groͤße des Gluͤcks, das ſie mir gewaͤhrte, zu empfinden. Schmeichelnd legte ſie die Hand an mein Herz, und horchte mit wohlgefaͤlligem Laͤcheln auf das Klopfen in meiner Bruſt. Nein! das kann nicht luͤgen! ſprach ſie, und ſchaute mir tief ins Auge, die Verſicherung von der Wahrheit ihrer Behauptung in ihm zu leſen.

Ach koͤnnteſt Du es ganz empfinden, fuhr ſie nach einer Weile fort: was Du mir alles gegeben haſt mit Deiner Liebe! Was ich nie zu beſitzen hoffte, iſt mir geworden, und gern warf ich, um in Deinem Beſitze zu leben, alle die Freuden hin, welche Beifall und Bewunderung der Bajadere ſo reichlich zollten. Mir ſind Empfindungen erwacht, von denen ich nie traͤumte, und Seligkeiten, auf deren Genuß nur die Kinder des Himmels ein Recht haben, fand ich an Deinem Herzen. Ich wuͤrde ſterben, wenn ich ſie verlieren muͤßte.