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Hans Brahe oder: der Sonderling mit dem schwarzen Mantel / von Karl Keller
Entstehung
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zeugen Sie ſich, daß ich Ihnen mein ganzes Innere aufſchließe, und Sie einen Blick thun laſſe in mein verborgenſtes Geheimniß. Mit Waͤrme druͤckte er mir die Hand, und ſetzte ſich mir gegenuͤber.

Da, fuhr er fort: wo der Menſch gewoͤhnlich allein ſich aufhaͤlt, muß es am hellſten und freund⸗ lichſten ſeyn. Immer wird ihn dann das Licht, das er dort eingeſogen hat, hinausgeleiten in die Daͤm⸗ merung und Nacht, wenn er ſich in ſie verirren muß. Wie Sie ſehen, umfaͤngt mein Bett eine ſpaniſche Wand, hinter deren Umſchirmung ich, wie der Fromme unter dem Schilde ſeines Glau— bens, ſanft und ungeſtoͤrt ruhe. Mag die Eifer⸗ ſucht, oder der Haß gegen das Licht, oder die Schaamhaftigkeit, oder der verbrecheriſche Wille, oder jene Liebe zum Schlaf, welche jede Stoͤrung haßt, dieſe Umſchirmung des Bettes erfunden haben, das kuͤmmert mich nicht. Ich bin von Jugend auf gewohnt, unter einer Aegide zu ruhen, und wenn ich ſie auch im Schlaf nicht ſehe, ſo macht mich doch beim Erwachen ihr Anblick immer recht froh.

Ich glaubte, daß die ſpaniſche Wand nur ein Geſtelle ſey, von dem die gruͤn ſeidenen Vorhaͤnge im ſchoͤnſten Faltenwurf zur Erde herniederſtroͤmten. Aber Brahe, der jetzt die Vorhaͤnge in die Hoͤhe