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Hans Brahe oder: der Sonderling mit dem schwarzen Mantel / von Karl Keller
Entstehung
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Tag die Nacht folgt, aber es iſt doch eine bitter boͤſe Sache, die Leute uͤberreden zu wollen, es ſey ſchon Mittag, wenn erſt der Morgen angebrochen, oder es ſey noch heller Tag, wenn ſchon die Nacht ge⸗ kommen iſt, wobei dann der liebe Mond fuͤr die helle Sonne angeſehen werden muß. Mag nun der Uhrſteller aus Leichtſinn oder Unwiſſenheit dieſe Verkehrtheit veranlaſſen, meinen Sie nicht auch, daß es etwas ſehr Schlimmes iſt, den Leuten die Zeit zu verruͤcken, und ſie ſchlafen zu laſſen, wenn ſie eigentlich arbeiten ſollen? Ich glaube, man iſt ſehr uͤbel berathen, wenn man der Regentſchaft der Sonne nicht mehr gehorchen will.

Das waͤre beinahe eben ſo, als wenn man Ver⸗ nunft und Sittengeſetz nichts mehr wollte gelten laſſen, ſtimmte ich bei und glaubte, daß nun an mich die Reihe gekommen ſey, ihn forſchend an⸗ zublicken.

Wohl wahr, fuhr er fort, ohne auf mich zu merken: das ſind Sonnen, die niemals untergehen, die als leuchtende und waͤrmende Fackeln nie verloͤ⸗ ſchen muͤſſen. Ihre Bahnen liegen im Kopf und in der Bruſt der Menſchen, aber nicht uͤber ihren Haͤuptern. Wo ihre Flamme verglimmt iſt, da