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Hans Brahe oder: der Sonderling mit dem schwarzen Mantel / von Karl Keller
Entstehung
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Antwort geben wollte. Ich frage Sie, wiederholte er finſterer: was Sie an dieſen Ort bannt?

Die Antwort, erwiederte ich kalt: koͤnnen Sie ſich ſelbſt geben, denn ich bin berechtigt, dieſelbe Frage zu thun, weil fuͤr mich, wie fuͤr Sie, die Nacht in ihrer Herrlichkeit vorhanden iſt.

Nun ſo gehen wir lieber neben einander, ver⸗ ſetzte er etwas freundlicher: damit wir uns nicht ſo oft begegnen.

Mir iſt das auch recht! ſtimmte ich ihm gleich⸗ guͤltig bei. Begegnen und Ausweichen ſind mir uͤberhaupt aͤrgerliche Dinge, zumal wenn man beim Nebenhergehen weder verliert noch gewinnt.— Ich ſtellte mich an ſeine Seite, und im Tackt ſchrit⸗ ten wir auf und nieder. Laut rauſchte der Strom durch die Stille der Nacht, kein Blatt regte ſich, kein Windhauch entfuͤhrte den Duft der Bluͤthen, und faſt erſchreckte uns der Thautropfen, der, vom Blatt herabrinnend, bisweilen ſchwer auf die Erde fiel. Jetzt ſchlug die Glocke zwoͤlf Uhr. Hans Brahe blieb ſtehen, ſah mich verwundert an und fragte: Bemerken Sie nichts?— Ohne umherzu⸗ blicken antwortete ich kurz: die Uhr geht zu ſpaͤt.

So iſts! erwiederte er. Unwiſſenheit, Faſelei oder Nachlaͤſſigkeit brummen in dieſen Schlaͤgen