Die ſpaniſche Wand.
Mag man es immerhin eine Sonderbarkeit nen— nen, daß ich die Leute, die man, ihrer Sonderbar⸗ keit wegen, Sonderlinge ſchimpft, mit einer unwi⸗ derſtehlichen Paſſion aufſuche, ja ihnen ſogar nach⸗ laufe, um Gelegenheit zu finden, in das geheime Kabinet ihres Geiſtes und Herzens ſo tief, als es nur immer ſeyn kann, einzudringen— ich bin, trotz der Gefahr, unter die Sonderlinge gezaͤhlt zu wer⸗ den, bisweilen recht reich fuͤr meine Neugierde be⸗ lohnt worden. Mir ward Aufſchluß uͤber dasjenige, was manchem Gleichguͤltigen ein Raͤthſel blieb, und ich glaubte immer recht viel gewonnen zu haben, wenn ich entdeckte: aus welchem Grunde ſolche auf⸗ fallende Menſchen die Fuͤße nach ihrer eignen Ma— nier ſetzten und im Schlenkern der Arme von der beſtehenden Gewohnheit abwichen; warum der Zu⸗ ſchnitt ihrer Kleider ſo eigenſinnig erſchien; warum das Aushaͤngeſchild der Seele, ihre Phyſiognomie, ſich ſo auslaͤndiſch gebildet hatte; aus welcher Abſicht A
8


