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Der Landpfarrer : eine Schrift für das deutsche Volk / von Julius Kell
Entstehung
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Da traten die Kinder herein und ſie weinten mit dem gu⸗ ten Vater.

Sie hat einen guten Kampf gekaͤmpft, ſagte der Pa⸗ ſtor bewegt,ſie hat den Lauf'vollendet und Glauben ge⸗ halten, hinfort iſt ihr beigelegt die Krone der Gerechtigkeit; Laßt uns fromm und froͤhlich wandeln, wie ſie. Wer weiß wie bald auch mein Stuͤndlein ſchlaͤgt, und wenn einſt der Herr ſeinen Arbeiter abruft aus ſeinem Weinberge, moͤge Er dann dem Haushalter uͤber ſeine Geheimniſſe, gleich dem Knechte, der im Kleinen und Großen getreu geweſen, zurufen: Gehe ein zu Deines Herrn Freude!

Die ganze Gemeinde folgte dem Sarge der geliebten Pfarr⸗ frau, hinter welchem der gute Paſtor geſenkten Hauptes einher ſchritt, begleitet von den weinenden Kindern und einigen be⸗ freundeten Amtsbruͤdern. Alle theilten ſeinen Schmerz; Alle aber vereinigten ſich auch zu dem gemeinſamen Gebete, daß Gott ihnen ihren guten Paſtor noch lange erhalten moͤge, den treuen Diener ſeines Heilandes, den Mann nach dem Herzen Gottes, der ein Prieſter des Herrn, ein Diener des Worts, ein Freund der Gemeinde, Ein Vorbild war den Glauͤbigen in Wort und Wandel, in der Liebe, im Geiſte, im Glauben, in der Keuſchheit, anhaltend mit Leſen, mit Ermahnen, mit Lehren!

Druck von Bernh. Tauchnitz jun.