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diger,„aber konnte es nicht der Anfang der Beſſerung ſein oder doch werden? Es iſt wahr,— wohl ſeit funfzehn Jah⸗ ren iſt er nicht zur Beichte, nicht zu Gottes Tiſch gekommen, — aber kam er nicht heut zu mir, ſeinem Beichtvater? Daß er gerade Vertrauen zu mir hatte, zu mir, dem er ſo wehe gethan,— das war mir ja ein Zeichen, daß das beſſere Ich in ihm erregt ſei und ſich vertrauensvoll an eines Bruders gutes Herz wende!— Mutter, wenn ich das Geld gehabt haͤtte, er haͤtte es bekommen.“
„Wie aber auch der Mann uns fuͤr ſo reiche Leute hal⸗ ten kann,“ bemerkte die Pfarrfrau.—„Nun, und was that er, als Du ihm ſagteſt, daß Du ihm nicht aushelfen koͤnnteſt?“—
„Sie wollen mir nicht helfen;— ich habe es ver⸗ dient!— ſprach er,“— erzaͤhlte der Pfarrer.—„Vergebens waren meine Verſicherungen, er wollte mir nicht glauben. Er wollte beſtimmt wiſſen, daß ich die Summe Geldes liegen haͤtte, woher dieſer Irrthum entſtanden ſein mag, weiß ich nicht.— Ich will verſuchen, Ihnen das Geld zu verſchaffen, ſagte ich endlich— Ihr Schwiegervater Georg.“—— Er ſchuͤttelte den Kopf,— warf mir noch einen verzweifelten Blick zu, und ehe ich noch etwas weiter ſagen konnte, war er zur Stube hinaus.“—.
„Merkwuͤrdig,— hoͤchſt merkwuͤrdig,“ verſetzte die Pfar⸗ rerin,—„ich wollte doch, wir haͤtten dem Manne helfen koͤn⸗ nen.“—
„Ich werde ſogleich ſelbſt an den Georg ein Briefchen ſchreiben, vielleicht hilft es etwas.“—
Der Brief war in kurzer Zeit geſchrieben und abgeſchickt. Unruhig ging der Prediger in der Stube herum, und erwaͤgte immer wieder, wie gern er haͤtte helfen moͤgen, und welches
Unheil daraus wohl noch entſtehen koͤnnte, und ob er nicht
doch vielleicht helfen und Ungluͤck verhuͤten koͤnnte. Zehnmal ſchon hatte er nach dem Hute gegriffen, um ſelbſt zu gehen, und unentſchluͤſſig immer wieder geſchwankt, bis er ſich klar ward, daß ein kalter, todter Brief nur eine halbe Maßregel ſei.— Er entſchloß ſich raſch, lieber ſelbſt zu gehen!— Aber Georg war durchaus nicht zu bewegen, ſeinem Schwiegerſohne mit Geld unter die Arme zu greifen.„Ich habe genug gegeben— ich gebe nun Nichts mehr.“ Dabei blieb er hartnaͤckig ſtehen, und alle Beredtſamkeit des Paſtors war vergebens.„Ich


