Teil eines Werkes 
7.-11. Bdchen (1853)
Entstehung
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ſeine Bilder geſchätzt und zu hohen Preiſen verkauft würden, er trotz alles Handwerksneids doch einſt Kei⸗ nen über ſich haben werde. Ich ſagte ihr, daß ich da⸗ von überzeugt ſei. Cornelius lacht uns aus und denkt trotzdem das Gleiche in ſeinem Innern, denn er arbeitet angeſtrengter, und obwohl er es nicht geſteht, iſt er

fleißiger und ehrgeiziger, denn je.

Wir ſind, wie wir es immer waren, viel mit ein⸗ ander, denn wir haben keine Kinder die uns zerſtreuen könnten. Das iſt der einzige Kummer Kate's. Es ſcheint das nie zuvor in der Familie OReilly vorge⸗

kommen zu ſein, und ſie kann es nicht verwinden. Aber

Cornelius und ich kümmern uns nicht darum; wir ſind jung, glücklich und überlaſſen die Zukunft der Vor⸗ ehung.

ſeh Ftes Jahr, als Cornelius nach Spanien ging denn er ging doch, aber nur auf wenige Monate, und ich wollte Kate nicht verlaſſen, da ſie unwohl zu ſein ſchien, begann ich dieſe Erzählung. Ich hatte gerade einen Brief von William Murray empfangen, der mir ſchrieb, daß er verheirathet und glücklich ſei. Meine Vergangenheit ſtieg lebendig vor mir auf; um ſie an meinem Blicke vorübergehen zu laſſen und mich während der Abweſenheit von Cornelius zu zerſtreuen, ſchrieb ich eines Abends einige Blätter, zu welchen Tag für Tag neue gefügt wurden.

O mein Gattel mein ſchöner reichbegabter Cornelius! ich liebe Dich, liebe Dich mehr, als ich Dir je ſagen kann, und mehr, als ich dieſen Blättern anzuvertrauen wagte; aber ſollten ſie Dir eines Tages durch Zufall in die Hand kommen, was nicht meine Abſicht iſt, ſo wiſſe wenigſtens, daß es für Dein Weib keine heiterere Arbeit gab, als ſich ſo der Geſchichte ihres langen Lebens für Dich als Kind, Mädchen und Frau zu erinnern.

Ende.