Teil eines Werkes 
7.-11. Bdchen (1853)
Entstehung
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Ich lächelte. zu und ſagte:

Du ſcheinſt nicht mehr ſeine Nichte werden zu wollen.

Nein, wahrhaftig nicht, antwortete ich raſch.

Und ich ebenſo wenig, verſetzte ſie mit einem unterdrückten Seufzer,es gab eine Zeit, da ich mich darüber grämte, als ich noch wünſchte, ich wäre die Frau von Edward Burns geworden, und ſein Kind wäre mein Kind; aber das iſt vorbei. Ich freue mich jetzt, daß meinem Herzen nicht verſagt war, was es ſo ſehnlichſt wünſchte; daß meine Jugend kalt und einſam blieb; daß mein Kummer, der vorüber gegangen, ihm und Dir ein Glück erkaufte, das, wie ich hoffe, von Dauer ſein wird. O Daiſy! es iſt doch eine gute Welt, mit einem guten Gott über den Sternen; ſiehſt Du nicht, wie der Schmerz des Einen zum Segen für den Andern wird; wie, weil Dein Vater und ich getrennt wurden, die beiden Kinder, die wir ſo innig liebten, ver⸗ eint werden konnten?

Ich weiß, Kate, verſetzte ich und ſah ihr in's Geſicht,daß Cornelius gut iſt; daß auch ich bin, was man ein gutes Mädchen nennt, und doch ſind wir Beide ſelbſtſüchtig; Du allein biſt wahrhaft gut und edel.

Sie ſchüttelte ihren Kopf mit demüthiger Ver⸗ läugnung.

Ich bin deßhalb doch eine Götzendienerin, ver⸗ ſetzte ſie, indem ihre Lippen leicht zitterten,und Du biſt blind, wenn Du das nicht ſiehſt. Als ich meinen Geliebten verlor, hing ſich mein Herz an ein Kind denn was wollen wir mit unſern Herzen thun, wenn wir nicht mit ihnen lieben? Und ihm blieb es treu, und wenn Gott, um mich zu züchtigen, es dieſen Morgen von mir genommen hätte, ſo fühle ich, ich würde es ebenſo ſehr im Grabe lieben, als ich es auf Erden liebte. Wenn

es eine Sünde wäre, ſo hoffe ich, daß mir ſeine Gnade

vergibt. Bisweilen, wenn mein Herz vor Bangigkeit

Sie warf mir einen ſinnenden Blick

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