Teil eines Werkes 
7.-11. Bdchen (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Vierundzwanzigſtes Kapitel.

Ich weiß nicht, ob die heimathliche Luft beſonders wohlthätig auf mich wirkte, oder, wären wir imHain geblieben, eine Kriſis in meiner Geſundheit eingetreten, aber ich weiß, daß ich zu Kates großer Freude ſo ſtark und geſund wurde, daß ſie die Veränderung für eine außerordentlich wunderbare erklärte. Ich war ein ganz anderes Weſen. Meine Liebe zur Ruhe und Stille ver⸗ ſchwand; Bewegung im Freien, war nun mein Höchſtes und ich dürſtete mit jedem Tage mehr nach Luft und Freiheit.

Kaum verging ein Tag, ohne daß ich den Weg, der von unſerem Garten nach dem Ufer führte, hinabeilte und an der felſigen Küſte ſpazieren ging. Dieſer Theil der Gegend war ſowohl ſicher, als abgelegen: wenige Leute begegneten mir auf meinen einſamen Promenaden und ich fürchtete mich vor Niemanden. Es war oft ſchon dunkel, wenn ich nach dem weißen Häuschen zurückkehrte, deſſen Licht wie ein einſamer Stern auf der Höhe droben leuchtete. Ich liebte dieſe einſanen Wanderungen. Ich liebte dieſe ſteile und phantaſtiſche Felſenwand, die an der Küſte hinlief und ſie von der äußern Welt abſchied; dieſe lange Linie des ſich dahin windenden Ufers, das in lichte Nebel verſchwamm, bis es wie eine tiefe Wolke ſich am fernen Horizonte lagerte; dieſe See, deren Wo⸗ gen ſich zu meinen Füßen brachen und ſich dennoch weit

Daiſy Burns. II. 1

*