Teil eines Werkes 
1.-6. Bdchen (1853)
Entstehung
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Midge, fügte ſie hinzu und ſah mir ſinnend in's Antlitz, ich habe Dich heißgeliebt, weil Du ſein Kind warſt, aber ich habe auch oft daran gedacht, Du hätteſt mein Kind ſein ſollen.

Wenn Du Papas Frau geweſen, ich meine ſeine erſte Frau, ſagte ich ſehr ernſt,würde ich die Nichte von Cornelius ſein, nicht wahr, Kate?

Du wäreſt mein Kind geworden.

Und ſeine Nichte?

Denke nicht immer an Cornelius, Daiſy.

9 Kate! Onkel Cornelius klingt ſo hübſch!

Sie liebkoſte mich mit trauriger Miene; dann ſtanden wir auf; gingen durch das Haus und nahmen zuletzt den Garten in Augenſchein. Jede Spur menſchlicher Kunſt war von dem Orte verſchwunden, welchem die Natur eine Schönheit und einen wilden Reiz verliehen, den die Cultur nie gekannt. Die Stechginſterhecke umſchloß eine grüne Wildniß von wogendem Gras, Unkraut und wilden Blumen. Andere Blumen waren nicht da und die zar⸗ ten Geſträuche waren durch die ſcharfen Seewinde vernichtet; die Fichten allein ſtanden unverändert da und überblickten, wie ich ſie verlaſſen, ihr veränder⸗ tes Beſitzthum. Einen Angenblick ſahen wir von der ſteinernen Treppe herab, wo Cornelius mich in meiner Verzweiflung liegend gefunden; dann ſtieg Kate hinab und ſagte zu mir:

Daiſy, wir wollen nicht viel verändern. Wir wollen der Friſche des Ortes ſo wenig als möglich neh⸗ men. Ich liebe das grüne Gras, das Geſträuch, das die Erde verbirgt, dieſe am Boden hinkriechenden Pflan⸗ zen und wilden Blumen. Wir wollen die Wege reini⸗ gen, einige Blumen pflanzen, die wir lieben, dem Ganzen ein behagliches Ausſehen geben, und was ſchön iſt laſſen, wie wir es fanden.

Kate, rief ich, und eilte zu den Fichten hinab, hier iſt die See. Du hatteſt noch keinen ſchönen Blick über ſie hin, komm' und ſieh. Erinnerſt Du Dich, wie