Teil eines Werkes 
1.-6. Bdchen (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6

387

iriſchen Gentleman, ſo borgte ich auf Zinſen. Es wird ihm an nichts fehlen, das iſt mein Troſt: aber wir müſſen uns einſchränken, Daiſy, und deßhalb habe ich zuvör⸗ derſt das Haus möblirt an einen einzelnen Gentleman vermiethet, der nächſten Sonnabend einzieht. Er will Deborah in Dienſte nehmen, da dieſe für mich eine zu große Ausgabe wäre. Das iſt's, weßhalb wir ausziehen müſſen. 8

Gut, ſagte ich entſchloſſen,ſo wollen wir ir⸗ gendwo ein kleines Zimmer nehmen, und ich will Dein Stubenmädchen werden, Kate.

Sie lächelte und küßte mich.

Poſſen, Kind, wir ſind noch nicht ſo weit. Du weißt, Dein Vater hinterließ ein Gut, freilich ein ſehr kleines, aber Du wirſt es ganz und wohlerhalten finden. Das Haus, in welchem er ſtarb, gehörte ſein und iſt nun Dein Eigenthum; es war von keinem großen Werthe, denn Niemand wollte darin wohnen, weil es ſo einſam und öde liegt. Leigh iſt ein wohlfeiler Ort und Du und ich, Daiſy, gehen übermorgen nach Rock⸗Cottage.

Um dort zu wohnen, Kate?²

Ja, um dort zu wohnen Es hält mich nichts mehr bier, nachdem er fort iiſt. Ich ſagte ihm das, wie

Du Dir denken kannſt, und es iſt nun keine Zeit wegen

des Einpackens zu verlieren. Das war's, was ich mit dem Helfen meinte. 3

Mit dem Muthe eines treuen Herzens ſtand ſie auf, um ſich an die Arbeit zu machen. Ich half ihr willig und es ging ſo raſch, daß wir drei Tage nach Corne⸗ lius Abreiſe denHain verlaſſen und nach Leigh über⸗ geſiedelt waren. Miß Murray, mit der Cornelius und Kate immer in Briefwechſel geſtanden, hatte durch Ver⸗ mittlung Abby's unſere zukünftige Heimath mit den erſten Bedürfniſſen Betten, Stühlen und Tiſchen ver⸗ ſehen, das Uebrige, ſagte Kate, würde ſich mit der Zeit finden.

Das Dorf, durch welches wir kamen, war noch ganz derſelbe ruhige Ort, wie ich ihn vor fünf Jahren