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Verflossene Stunden : Novelle / S. Junghans
Entstehung
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497 fondern, darf mir das Zeugniß geben, daß ich wirklich und ehrlich litt, nicht nur phantaſtiſch mit dem Gefühle ſpielte.

Mit der tiefen Einſamkeit übrigens, die mir ſo ſehr zuſagte, hatte es ein Ende, ſobald der Schnee rings zu Wegen und Stegen ſich geebnet hatte und ſchönes klares Wetter eingetreten war. Da ſprachen die benach⸗ barten Grundbeſitzer häufig nach der Jagd bei uns ein und fanden gaſtlichen Empfang; ſogar die jüngern Sprößlinge hochadliger Häuſer verkehrten auf dieſe Weiſe ganz freundſchaftlich in Eldhall. Sie kamen, wie die alte Haushälterin augenzwinkernd behauptete, jetzt öfter als ſonſt; die Kunde, es ſei eine junge Dame aus Goldwell⸗Houſe da, mochte ſie anlocken, denn jeder dachte dabei gleich an die ſchöne Lucy, welche die Großältern nicht ſelten beſuchte; ich muß es den meiſt ſtattlichen, liebenswürdigen jungen Leuten nach⸗ ſagen, daß ſie ihre Enttäuſchung, nur mich zu finden, mit gutem Anſtand verhehlten. Außer dieſen Beſuchen und noch mehr als ſie bildeten die Briefe aus Gold⸗ well⸗Houſe Ereigniſſe in unſerm Leben, wahre Chroni⸗ ken im Ganzen, die einzelnen aber doch immer ziem⸗ lich kurz; unſere Correſpondenten, zu denen ſogar die älteſten derKleinen ſchon gehörten, vertheilten den zu bewältigenden Stoff gewiſſenhaft unter einander