ſei im Auslande, und niemals weder öffentlich, noch in der Familie den Umſtand erwähnen, daß ich die Gattin des Grafen de Lacy ſei. In einer großen Welt, wie dieſe, wird man leicht vergeſſen, Louis. An⸗ fangs verbreiteten ſich unbeſtimmte Gerüchte, aber mei⸗ nes Vaters völlige Ruhe und Zurückhaltung, ſo wie ſeine ſcheinbare Gleichgültigkeit und ſein unbefangenes Weſen unterdrückten bald alles müßige Geplauder, und es währte nicht lange, ſo war ich, außer von meinem Bruder und meinen Schweſtern, von Allen vergeſſen. Ich hatte drei Kinder, von welchen Du das zweite warſt, Louis. Meine anderen verlornen Kinder wa⸗ ren Mädchen. Die eine ſtarb in Oſtindien, wo de Lacy einen hohen Poſten bekleidete, die andere ſtarb einen Tag vor ihrem Vater—.“
Sie hielt ihre Hand vor die Augen und ſchwieg mehrere Augenblicke, dann fuhr ſie fort:
„Ich kann bei jener ſchrecklichen Zeit nicht ver⸗ weilen. Meine Sinne verließen mich auf mehrere Wochen, und als ich zum Bewußtſein meiner Lage erwachte, fand ich mich als Wittwe, faſt ohne Geld, aller ſchönen Beſitzungen meines Gatten beraubt, mit einem theuren Knaben zwiſchen vier und fünf Jahren, vaterlos und mit dem ſchrecklichen Fluche eines ent⸗ ſetzlichen Brandmals auf dem Namen ſeines Vaters.
„Rang, Vermögen, Liebe, Hoffnung, Alles war dahin. Die Welt erſchien als eine Einöde für mich,


