Teil eines Werkes 
2. Bd. (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

233

eine Unbeugſamkeit des Entſchluſſes anzunehmen, wo⸗ durch ſein Name vor der Welt ſtets rein und ehrenvoll blieb, ich aber ſehr unglücklich wurde.

Um dieſe Zeit ſtarb meine Mutter, und, als die älteſte von der Familie, größtentheils meiner eige⸗ nen Führung überlaſſen, traf ich in der Geſellſchaft einen jungen franzöſiſchen Edelmann, den Grafen de Lacy, der damals hier Geſandtſchaftsſekretair war. Er war reich und hatte mit Auszeichnung in der Armee gedient; mein Vater hielt viel auf ihn, lud ihn oft in ſein Haus ein und wohl hundertmal habe ich hier mit ihm geſeſſen, während neue Gefühle ſich in meine Bruſt einſchlichen. Endlich ſagte er mir, er liebe mich, und bald entdeckte er, daß ich ihn wie⸗ der liebe. Er ſprach indeſſen die Furcht aus, daß mein Vater ſich unſerer Verbindung widerſetzen würde, und gab mir die Verſicherung, daß er nicht würde gewagt haben, ſeine Liebe auszuſprechen, ehe er wei⸗ tere Fortſchritte in der Achtung des Grafen gemacht, wäre er nicht plötzlich mit dem Geſandten nach Frank⸗ reich zurückberufen worden. Es war daher nothwen⸗ dig, meinen Vater ſogleich von unſeren Wünſchen in Kenntniß zu ſetzen, und de Laey ging zu dem Zwecke zu ihm. Es wurde ihm ſogleich und mit Beſtimmtheit abgeſchlagen. Mein Vater ſagte, er ſchätze und achte den Grafen de Lacy, aber ſeine Tochter ſolle nimmer⸗ mehr einen Fremden und einen Katholiken heirathen.