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ſehen, die uns geboren, ihre Stimme zu und hören
unſere Lippen auf die ihrigen zu drücken.
Ich hatte eine Mutter gefunden und ich ſaß neben ihr, ihre Hand in der meinigen, ihr Kopf an meine Schulter gelehnt, ihre Augen auf mein Geſicht gerichtet, kurze Worte der Liebe redend— oft ſchwei⸗ gend, aber mit einem Schweigen voll Zärtlichkeit. In jener halben Stunde fanden keine Erklärungen, keine zuſammenhängende Unterredung ſtatt. Alles war wilde und mächtige Gemüthsbewegung; das erſte Ue⸗ berſtrömen der Liebe zwiſchen Mutter und Kind nach einer Trennung von zwanzig Jahren.
Wir hätten noch lange auf dieſe Weiſe fortfah⸗ ren können, aber dann wurde leiſe an die Thür ge⸗ klopft. Sie öffnete ſich und Weſtover's Stimme ſagte:
„Darf ich eintreten?“
„O ja, komm herein, Charles,“ ſagte meine Mutter.„Komm herein, mein zweiter Sohn, mein edler, mein hochherziger Sohn. Ich würde nicht halb ſo glücklich ſein, wenn Du nicht die Freude theilteſt, die Du haſt herbeiführen helfen.“
Weſtover trat ein, ſetzte ſich zu uns nieder und ſagte lächelnd, indem er mir die Hand drückte:
„Nun, Louis, wiſſen Sie Alles.“
„Nein, nein, er weiß Nichts, Charles,“ ſagte
meine Mutter,„als daß ſeines Vaters Name gerecht⸗


