Teil eines Werkes 
1. Bd. (1853)
Entstehung
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ich fühle ich bin gewiß, ich werde leben, um Dein Weib zu ſein

Still, ſtill, ſagte der Arzt.Sie dürfen durchaus nicht ſprechen.

Du ſollſt ſein Weib ſein Du ſollſt ſein Weib ſein! rief ihr Vater lebhaft. 3

Ich bin ſehr glücklich, ſagte Louiſe.

Ich muß um völlige Stille bitten, ſagte der Arzt,Alles wird jetzt gut gehen; aber Sie müſſen das Zimmer verlaſſen.

Niemand ſoll für ſie ſorgen, als ich, rief ich; aber ich werde ſo ſtill ſein, wie die Nacht. Sie iſt mein

mein durch das theuerſte und heiligſte Band und ich

will ſie nicht eher verlaſſen, als bis dies aufgehört hat.

Die ganze Nacht blieb ich mit dem Arzte und der alten Dienerin bei ihr, wachte ſchweigend, tröſtete und unterſtützte ſie. Von Zeit zu Zeit kehrte der Blut⸗ auswurf zurück, endlich aber wurde Eis herbeigeſchafft. Dadürrch wurde derſelbe völlig gehemmt. Zwei Stun⸗ den vergingen, ohne daß jene ſchrecklichen Symptome zurückkehrten, und ſie in meinen Armen erhebend, wie

ein Vater ein Kind, legte ich ſie in ihr Bett. Dann

ſetzte ich mich auf einen Schemel an ihrer Seite und legte meinen Kopf auf daſſelbe Kiſſen. Ich glaubte, ſie würde ſo ruhiger ſchlafen. Ihre ſchweren Augen ſchloſſen ſich, ihr Athemzug wurde ſanfter und ſtiller. Sie ſchlief ein und wenige Minuten ſpäter ſchlief ich neben ihr.