drei Männer herein und gingen wieder hinaus; aber einer blieb zurück, ſprach einige Worte mit dem Kell⸗ ner, ſetzte ſich auf einen Stuhl an der Seite des langen, hölzernen Tiſches, der als ſehr ungeſchmückte Tafel diente, nahm eine von den Zeitungen und be⸗ gann zu leſen.
Nach einiger Zeit ſah ich ihn an und glaubte ſeine Züge zu erkennen. Ein zweiter Blick zeigte mir, daß ich ihn mehr als einmal in verſchiedenen Städ⸗ ten Frankreichs geſehen hatte. Ich hatte ſogar eine ſchwache Erinnerung, ihn in England in guter Ge⸗ ſellſchaft getroffen zu haben. So war es auch, denn nach kurzer Zeit richtete ſich das Auge des Fremden auf mich, und er erinnerte ſich meiner ſogleich. Un⸗ ſere frühere Bekanntſchaft hatte ſich auf wenige Worte und auf eine Verleugnung beſchränkt, wenn wir ein⸗ ander zufällig begegneten; hier aber ſaßen wir mit einander in einem öden Gaſthauſe in einer düſteren Stadt in der Bretagne— gleichſam auf nnſere bei⸗
derſeitige Geſellſchaft beſchränkt— und es läßt ſich
leicht denken, daß wir bald bekannter wurden, obgleich mir mein Bekannter nicht ganz gefiel und ich ihn kaum verſtand.
Er war gewiß ein Mann von gutem Ausſehen, wenn gleich ſeine Erſcheinung etwas Seltſames hatte. Er war groß, von ſehr kräftiger Geſtalt, wenn gleich ziemlich hager, von breiter Bruſt und Schultern,


