210
Grab zurück, um meine Buße zu vollenden für das,
was ich im Wahnſinne und in der Verzweiflung ge⸗ than.“
„Mich dünkt, Sire,“ ſagte Jean Charoſt, wel⸗ cher einige Umſtände bemerkt hatte, die ſeinen Arg⸗ wohn erregten,„es wäre gut, wenn ich ſchon dieſen Abend ginge. St. Florent iſt nur ſchwach bemannt, und dies ſind gefährliche Zeiten.“.
„Das iſt die Haſt eines Liebenden,“ ſagte Karl;
„aber Ihr habt Recht, jetzt, da ihr Aufenthalt bekannt iſt, ſind raſche Unternehmungen von Seiten der Neben⸗ buhler zu befürchten. Wir wollen daher, um allen Skandal zu verhüten, eine ſchöne Dame bitten, da es noch nicht ſpät iſt, ſie noch dieſen Abend an den Hof zurückzubringen. Wer will es unternehmen? Sie ſoll gute Begleitung haben, die dieſer tapfere Ritter ſelber anführen wird.“
„Ich bin bereit, Sire,“ ſagte Johanna von Vendome.
„Dann bitte ich Eure Majeſtät, mich auch mit⸗ gehen zu laſſen,“ rief Agnes Sorel lebhaft.
Karl blickte von der Einen zu der Anderen und ſagte in faſt ſcherzhaftem Tone:
„Geht Beide. Eine Sänfte ſoll ſogleich bereit ſein; und als einen Vermittler zwiſchen Euch, da die Damen nicht immer gut mit einander übereinſtimmen,


