Teil eines Werkes 
4. Bd. (1853)
Entstehung
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Liebe Eures ganzen Volks. Nehmt mir dieſen Troſt nicht. Laßt mich, laßt mich glauben, daß weder Lei⸗ denſchaft noch Verſtimmung Euch bewegen können, eine Handlung der Ungerechtigkeit gegen irgend einen Eurer Unterthanen zu begehen.“

„Nun, nun,“ ſagte Karl, ihre Hand küſſend,„es ſoll ſein, wie Ihr wollt, meine Agnes. Ihr ſollt ſel⸗ ber über de Brecy's Schickſal entſcheiden. So rebel⸗ liſch auch ſein Geiſt—— ſo frech ſein Ton ſein mag — will ich ihm doch um Euretwillen verzeihen. Es ſoll ſein, wie Ihr wollt.“

„Nein, nicht ſo,“ antwortete Agnes milde.„Ich verlange nicht, daß Ihr Frechheit und Rebellion ver⸗ zeihen ſollt. Alles, um was ich bitte, iſt, ohne Vor⸗ urtheil zu unterſuchen, und ohne Gunſt zu richten. De Brecy iſt gewohnt, kühn und frei zu reden— er that es ſchon von ſeinen Knabenjahren an; aber er iſt treu und wahr in allen Dingen. Ich ſah, wie er lieber ſein Leben der Gefahr ausſetzte, als dem Herzoge von Burgund einen Brief zu überliefern. Ich ſah, wie er ſich der Folter unterwarf, um dem Rathe die Geheimniſſe Eures Oheims, des Herzogs von Orleans, nicht zu verrathen. Es liegt in ſeiner Natur, furcht⸗ los zu reden; aber es liegt auch in ſeiner Natur,

wahr zu reden; und Alles, um was ich bitte, iſt, ihn

zu beurtheilen, wie er iſt, ohne auf die eiferſüchtigen Nathſchläge eines Trimouille oder die ſchwarzen Lügen 13*