Teil eines Werkes 
3. Bd. (1853)
Entstehung
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lang aufgehalten wurde, ehe er bei Agnes Sorel Audienz erhielt.

Als er endlich eingelaſſen wurde, fand er ſie mit verſchlungenen Armen neben einer anderen Dame fitzend, die etwas jünger als ſie und auch ſehr ſchön war. Keine von Beiden ſtand auf, als Jean Charoſt eintrat; aber Agnes nickte mit dem Kopfe und ſagte:

„Dies iſt Herr von Brecy, von dem ich mit Ihrer Hoheit geſprochen. Herr von Breey, ich ſtelle Euch der Dauphine vor.“

Es iſt kaum nöthig zu erwähnen, daß Jean Charoſt ſehr überraſcht und verlegen war; denn der Verdacht Anderer hatte auch in ihm Verdacht erregt, den er jetzt für irrthümlich hielt. Er zollte indeſſen der Dauphine alle ſchuldige Ehrerbietung und unter⸗ hielt ſich beinahe eine Stunde mit ihr und der ſchönen Agnes, die Beide die Ankunft des Dauphin angſtlich zu erwarten ſchienen. Der Theil des Hauſes, wo ſie ſich befanden, war ſehr ruhig; aber man hörte dort deutlicher, was draußen, als was in der Stadt ge⸗ ſchah. Man vernahm ein Geräuſch, gleich den Huf⸗ ſchlägen vieler Pferde, und die Dauphine ſah Agnes ängſtlich an.

„Was iſt es? Könnt Ihr es ſehen, Herr von Brecy?“ fragte die Letztere, und Jean Charoſt eilte zum Fenſter.