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„Wir können nicht zugeben, daß unſerem Anſehen Trotz geboten werde,“ ſagte der Herzog von Berri ernſthaft. Der König von Navarra wendete ſich mit finſterem Blicke zu dem Oberrichter und rief:
„Entfernt ihn, Herr Tignonville, und bringt ihn zum Reden.“
Jean Charoſt wurde ſehr blaß, aber er ſagte Nichts, und zwei von den Leuten des Oberrichters ergriffen ihn und ſchleppten ihn von dem Ende des Tiſches hinweg.
In demſelben Augenblicke aber eilte ein anderer junger Mann mit glühendem Geſichte herbei und rief:
„O, gnädigſte Herren! um Gotteswillen— um
Eurer eigenen Ehre willen— haltet ein! Er iſt ein
ſo edler und getreuer Jüngling, wie nur je einer
lebte— und der Herzog, den wir Alle betrauern,
liebte ihn ſehr. Denkt Ihr, daß er, der lieber die Folter aushalten, als ſeines Herrn Geheimniſſe ver⸗ rathen wird, an ſeinem Tode ſollte Antheil gehabt haben?“
„Es können auch ſeine eigenen Geheimniſſe ſein,
die er nicht entdecken will,“ ſagte der Herzog von Berri.
„Miſcht Euch nicht in das, was Euch nicht an⸗ geht,“ rief der König von Navarra ſtrenge.
Aber Jean Charoſt wendete ſich um, ehe man
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ihn aus dem Zimmer führte, und viafz Agnes Sorel. III. 2


