Teil eines Werkes 
2. Bd. (1853)
Entstehung
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der Herzog;„denn ſein Leben iſt bei mir ſo ſicher, wie bei ſeinem theuerſten Freunde.“

„Wußte er, daß Ihr hieher kommen wolltet?“

fragte die Königin mit ängſtlichem Blicke. „Gewiß,“ verſetzte der Herzog; aber dann fügte er mit heiterem Lachen hinzu:„Nach ſeinen Fragen zu urtheilen, vermuthete er, daß ich vorher anders wohin gehen würde, obgleich ich ihm ſagte, daß es nicht der Fall ſei.“

„Wohin? wohin?“ fragte die Königin.

„Zur Frau von Giac,“ verſetzte der Herzog von Orleans mit ſchlauem Blicke.

„Die Schlange!“ murmelte Iſabella.„Und Ihr waret nicht dort?“

„Gewiß nicht,“ verſetzte ihr Schwager.

„So weiß er alſo, daß Ihr hieher gegangen ſeid,“ ſagte Iſabella gedankenvoll;„und der Rückweg wird gefährlich ſein. Ihr ſollt nicht gehen, Orleans, bis Ihr eine ſtärkere Begleitung habt kommen laſſen.“

„Gut, liebe Schweſter, wenn es Euch Beruhigurg gewährt, ſoll es geſchehen,“ verſetzte der Herzog.„Ich

will einem von meinen Leuten ſagen, daß er eine Reitterabtheilung aus dem Hotel herbeibringt!“

„Laßt die Abtheilung groß genug ſein,“ ſagte

die Königin mit Nachdruck.

Der Herzog lächelte und verließ das Zimmer,

um ſeine Begleiter aufzuſuchen; aber es war keiner Agnes Sorel. II. 12