ſinnend dageſeſſen, erhob er ſeine Augen zu dem Ge⸗ ſichte des Sekretairs und ſagte in mattem Tone:
„Waret Ihr je vorher in dieſem Theile des Lan⸗ des, de Brecy?“
„Niemals, Hoheit,“ verſetzte Jean Charoſt.
„Es iſt Euch, wie ich höre, ein Abenteuer im Walde begegnet,“ ſagte der Herzog,„und doch erzähl⸗ tet Ihr mir nicht davon.“
„Ich hielt es nicht für recht, Eure Hoheit mit ſolchen Gegenſtänden zu beläſtigen,“ antwortete der junge Mann.„Hätte ich irgend eine Veranlaſſung dazu gehabt, würde ich es Euch ſogleich erzählt haben.“
„Gut, gut,“ ſagte der Herzog,„Ihr ſollt es mir ſpäter erzählen. Man hat meine Gedanken durch dieſe Erzählungen unterbrochen,“ fügte er ein wenig ärgerlich hinzu.„Ich wünſche, daß Ihr mir einen Dienſt leiſtet.“
„Eure Hoheit dürfen nur befehlen,“ ſagte Jean Charoſt.
„Ich bin krank, de Brecy,“ fuhr der Herzog fort.„Ich fühle mich ſchwächer, als je zuvor— freilich war ich ſelten krank und vielleicht— doch es liegt Nichts daran. Welches auch die Urſache ſein mag, ich habe ein ſeltſames Gefühl, eine gewiſſe Ahnung, daß mein Leben nicht ſehr lange mehr währen wird. Ihr hörtet die Ankündigung, die ich im Kloſter der


