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ein erzwungener Eid keine Gültigkeit habe, hielt er entſchloſſen ſein Wort.
Der alte Stallmeiſter ſchien gekränkt und ärger⸗ lich; doch zauderte er nicht lange hinſichtlich ſeiner Handlungsweiſe, und indem er es dem jungen Sekre⸗ tair und Martin Grille überließ, in das Schloß Beauté zurückzukehren, galoppirte er mit ſeinen Be⸗ gleitern in den Wald und ſchwur, er wolle die Räu⸗ ber gefangen nehmen oder wiſſen, wer ſie wären.
Seine Erwartung wurde indeſſen vereitelt. Der Ort, wo die Räuber ſich gelagert hatten, wurde bald an den Kohlen des Feuers erkannt, um welches ſie geſeſſen, aber ſie ſelber waren fort und hatten Nichts weiter, als eine leere lederne Flaſche und einige übrig⸗ gebliebene Speiſen zurückgelaſſen. Die Spuren der Hufe ihrer Pferde konnte man eine Strecke weit ver⸗ folgen; als ſie aber den kleinen Weg durch den Wald betreten hatten, wurden dieſe unter anderen Fußſpuren und Wagengeleiſen undeutlich; und obgleich Herr Blaize und ſeine Begleiter bis zu dem Dorfe ritten, konnten ſie doch von den Landleuten keine Nachricht erhalten. Niemand wollte zugeben, daß er Jemand anders, als den Pächter Matthias oder den Prieſter der Gemeinde auf ſeinem Maulthiere oder den Rich⸗ ter auf ſeinem Pferde oder einige Arbeiter mit Karren geſehen, und nach einer Nachſuchung von zwei Stun⸗ den kehrten die Leute des Herzogs, mürriſch und in


