kalten Todesſchlummer daliegend, anblickte— als er den ſchönen Buſen mit rothem Blute überfluthet ſah — als er ſich erinnerte, daß er ſie zur Befriedigung ſeiner leichtfertigen Liebe aus den Armen eines lie⸗ benden Gatten, von dem friedlichen Glück und der ſtillen Unſchuld hinweggeriſſen— als er daran dachte, daß er ſie zur Ehebrecherin gemacht, daß er Schande über ihren Namen gebracht und ſelbſt, wie er in die⸗ ſem Augenblicke fühlte, an ihrem Tode mitſchuldig ſei— da ſchien der Wurm, der nie ſtirbt, ſich ſeines Herzens zu bemächtigen, und ſich neben dem Bette niederwerfend, verwünſchte er den Tag ſeiner Geburt und rief ſchwerere Flüche auf ſein Haupt herab, als ſein ärgſter Feind auf daſſelbe zu ſchleudern gewagt hätte.
Freilich vergaß er in ſeiner Qual ſeine Energie nicht ganz. Es wurden augenblickliche Befehle er⸗ theilt, den Mörder aufzuſuchen und zu verfolgen— und alle Thüren eines kleinen Hotels in der Nähe des Tempel zu beſetzen und wohl zu beachten, wer aus⸗ und eingehe. Als dies aber geſchehen war, verſank er wieder in die düſtere Gefühlloſigkeit der Verzweif⸗ lung, und ſaß die ganze lange Nacht in dem Sterbe⸗ zimmer, ohne zu ſchlafen oder Erfriſchungen einzu⸗ nehmen. Prieſter kamen herein, es wurden Kerzen in Reihen aufgeſtellt und Gefäße mit Weihwaſſer und
ſilberne Räucherpfannen. Dann erhoben ſich feier⸗
liche Stimmen in geheiligten Geſängen.
——


