Teil eines Werkes 
3. Bd. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25.

des ſchönen Nachtgeſtirns ward keinen Augenblick ſicht⸗ bar. Ein feuchter, ſchwerer Nebel lag auf dem Boden und ein ſchwacher, nicht gerade unangenehmer, aber krankhafter und drückender Geruch ſtieg auf, gleich dem der von einigen Waſſerpflanzen ausſtrömt, und erfüllte die kalte. Luft.

In dem kleinen Kirchhof hinter Stephen Gimlet's Hütte brannte ein Licht, obſchon es ſeit einer Viertel⸗ ſtunde zehn geſchlagen hatte, und ein bejahrter, trotz der ziemlich kalten Nacht, blos in eine Weſte mit aufgeſtreiften Aermeln gekleideter Mann war bei dieſem Lichte ſichtbar, das in einer Hornlaterne brannte, welche wiederum auf einem friſch aufgeworfenen Erdhaufen ſtand. Der Kopf und die Schultern des Mannes ragten mit einem Theile ſeines gekrümmten Rückens über den Boden hervor und und in gemeſſenen Zwiſchenräumen hob ſich eine ſchwere Hacke über die hohen Neſſeln empor, welche den Kirch⸗ hof bedeckten. Seine Beine und Füße ſtaken in einer Grube, die er grub, und der Todtengräber arbeitete friſch drauf los, um mit ſeinem Grabe fertig zu wer⸗ den, und murmelte von Zeit zu Zeit vor ſich hin und fing ein paar Mal ſogar an, bei ſeiner traurigen Arbeit zu ſingen. Er war ein alter Mann, aber er hatte kei⸗ nen Gehülfen und brauchte auch keinen, denn er war noch rüſtig und friſch, und verrichtete ſeine Arbeit mit ſo viel Luſt und Eifer, daß ſie raſch von ſtatten ging.