Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 248—

Zweifel an der Wirklichkeit der Erſcheinung, ſondern vielmehr derſelben zum Trotz ſeinen Wohnſitz dort auf⸗ ſchlug, und vielleicht glaubte er auch, daß er dort um ſo ſicherer wohne und zu den Stunden, wo er und die Geiſter umzugehen pflegen, gegen die Zudringlichkeit an⸗ derer weniger kühner Leute geſchützt ſei. Er wußte wohl, daß ihm von dem Landvolke hier Niemand zu nahe kommen würde, denn alle Unwiſſenden glauben mehr oder weniger an Geiſtererſcheinungen.“

„Aber lieber Doctor Miles,“ rief Iſabella Slings⸗ by mit heiterem Lachen,„ſagt mir doch, ob von den Gelehrten nicht manche auch daran glauben. Wenn dem ehrwürdigen Doctor Miles ſelbſt die ernſte Frage vorge⸗ legt würde, ob er nicht im Grunde ſeines Herzens ei⸗ nen kleinen, ſtillen Glauben an das Erſcheinen von Gei⸗ ſtern habe, was würde er antworten?“

„Daß er niemals einen geſehen habe, mein werthes Fräulein,“ entgegnete der Geiſtliche mit gutgelauntem Lächeln;„gleichzeitig aber muß ich auch ſagen, daß der Glaube an das Erſcheinen der Geiſter der Verſtorbenen zu beſondern Zwecken ein Theil unſerer Religion iſt⸗ Ich kann nicht begreifen, wie man ſich einen Chriſten nennen, und beliebige Stellen der Bibel für wahr an⸗ nehmen und die übrigen verwerfen oder für bedeutungslos erklären kann. Das thatſächliche Wiedererſcheinen Ver⸗ ſtorbener auf dieſer Erde wird mehr als ein Mal in der