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wir auf glücklichen Erfolg und Strafloſigkeit hoffen dürften. Redet mir nicht mehr davon: ich mag nicht an die Hölle deten bis ſie mich erfaßt hat, wenn das jemals geſchehen ollte.“
Von dieſem Augenblicke an ſprach ſie nichts mehr, und etwa eine Stunde ſpäter floh ihr Geiſt jenem Looſe entge⸗ gen, das ſie ſo kühn herausgefordert hatte.
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Ich habe für dieſes Schlußkapitel nur noch wenige Per⸗ ſonen zu notiren übrig, über deren ſpätere Geſchichte die Einbildungskraft des Leſers vielleicht ohne fernere Benach⸗ richtigung gelaſſen werden dürfte. Doch mögen wenige Worte genügen, nur um einen Schlüſſel ihres ſpäteren Schick⸗ ſales zu geben.
Der Prozeß gegen den Anwalt Shanks wurde nur lang⸗ ſam geführt, und ſoviel iſt ſicher, daß er des wichtigeren Vergehens der Fälſchung nicht überwieſen ward. Doch wurde er, wie es ſcheint, wegen ſonſtiger Anklagen zu zweijährigem Gefängniſſe verurtheilt, und die letzte Nachricht, die man von ihm vernahm, zeigte ihn, einen ſehr alten Mann unter der Regierung Georgs J., als Stiefelputzer in dem Gaſt⸗ hofe zu Carrington.
Sir Philipp Haſtings kam nie wieder zum Bewußtſeyn und ſchien keine Erinnerung an die ſchauderhaften Ereig⸗ niſſe zu beſitzen, mit denen ſeine irdiſche Geſchichte— wie man ſagen könnte— zu Ende ging. Auch ſein Leben dauerte nicht mehr lange, denn er blieb noch etwa ſechs Monate in jenem beweinenswerthen Zuſtande, in welchem wir ihn zu⸗ letzt geſchildert haben, bald ſingend, bald lachend und zuwei⸗ len in tiefe Melancholie verſinkend. Nach Ablauf jener Zeit traf ihn ein zweiter Schlag, der ihn in einen Zuſtand voll⸗ kommenen Stumpfſinnes verſetzte, aus dem ihn der Tod nach z vei Jahren erlöste.
Wirft der Leſer einen Blick in die Annalen aus Königin


