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gar Euch durch dunkle argwöhniſche Winke über deren ganzes Benehmen irre zu leiten geſucht habe. Sie wußte, daß ſie dieſer Anklage nicht entrinnen konnte, auch wenn ſie ihre heutige Schuld zu verbergen vermochte, und ſo bekannte ſie
Alles.“ „Wer— wer— wer?“ kreiſchte Sir Philipp Haſtings
in tiefer Seelenangſt.„Von wem ſprecht Ihr, Mann?“
„Von Mrs. Hazleton,“ erwiederte Marlow.„Habt Ihr nicht von ihr geſprochen?“
Sir Philipp Haſtings ſtreckte beide Hände aus, wie wenn er ſeinen Gefährten weiter von ſich ſtoßen wollte. Ein tiefes Stöhnen war ſeine einzige Antwort, und nach kurzer Pauſe fuhr Marlow fort:
„Ich meinte, Ihr ſprechet von ihr— von ihr, die ſich's ſeit jenem unſeligen Beſuche der armen Emily zur Aufgabe machte, das theure unſchuldige Mädchen zu verkleinern, zu verläumden und Euch glauben zu machen, als ob ſie arge Unvorſichtigkeit wenn nicht große Verbrechen verſchuldet habe— von ihr, welche mehr als einmal dazu behülflich war, Euch Unrecht zu thun, und welche jetzt offen zugeſteht, daß ſie das Gift in Eurer armen Frau Zimmer geſtellt habe, um ſie umzubringen.“
„Und ich habe ſie getödtet! und ich habe ſie getödtet!“ brüllte Sir Philipp Haſtings, ſich hoch in ſeinem Stuhle aufrichtend—„und ich habe ſie getödtet!“
„Heiliger Gott! wen?“ rief Marlow, deſſen Herz pochte, als ob es ſeine Rippen ſprengen wollte.„Wen meint Ihr
denn, Sir?“


