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fend wie ein Kind in ihrem Bette. Er konnte Alles um ſich her wahrnehmen: Vater und Kind waren hier— ſonſt Niemand. 3
Noch immer ſchaute er ſich um, vielleicht nach einem Werkzeuge ſuchend, womit er die entſetzliche That vollſtrecken konnte. Sein Auge ſiel auf ein Paket Papiere auf dem Tiſche: es enthielt jene Schreiben, welche Marlow der armen Emily hinterlaſſen hatte, um ſie im Nothfalle vor ihrem Vater zu rechtfertigen.
O hätte er ſie doch aufgenommen! hätte er nur jene Worte geleſen!
Er wendet ſich ab— ſchleicht ſich nach ihrem Bette—
Laßt den Vorhang fallen!— ich kann nicht weiter ſchreiben.
Emily iſt nicht mehr!
Einundfünfzigſtes Kapitel.
Als Mr. Short, der Wundarzt, den Baronet verlaſſen hatte, fand er den Tafeldecker in der Halle in einem Arm⸗ ſtuhle ſitzen, voll trauriger Gedanken über all' die beklagens⸗ werthen Ereigniſſe dieſes Tages. Er war ein alter Diener der Familie und nahm den regſten Antheil an jedem einzelnen Mitgliede derſelben, wie man es leider in unſeren Zeiten der Verbeſſerung und des Nützlichkeitsprinzips(oder wie man es eigentlich nennen ſollte, der zur Regel erhobenen Selbſtſucht), wo Jedermann nur den einen Hauptzweck zu


