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Rache : Novelle / von G. P. R. James
Entstehung
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das Zimmer verließ, und ſchloß die Thüre mit einem ſcharfen, liſtigen, wachſamen Blicke, der unter ſeinen überhängenden Augenbrauen hervorleuchtete.

Ha, rief er, ſobald der Arzt das Zimmer verlaſſen hatte,er dachte mich zu fangen und ausfindig zu machen, was ich beabſichtige. Schlummer! ſtille, ſanfte Ruhe! ſo nahe einer gemordeten Mutter! Gott im Himmel!

Und er beugte ſein Haupt, bis ſeine Stirne die Blätter des Buches berührte, und verharrte in dieſer Stellung meh⸗ rere Minuten.

Es iſt zu bemerken, daß nicht eine einzige Perſon von allen, welche die Umſtände bei Lady Haſtings' Tode kannten, auch nur im Traume daran dachte, Emily beargwöhnen zu wollen: ſie kannten ſie Alle, begriffen ihren Charakter, lieb⸗ ten ſie und hatten Glauben zu ihr. Nur eine einzige machte eine Ausnahme ihr eigener unglücklicher Vater. Warihm der Tod ſeines Weibes furchtbar geweſen, ſo war es ſein Ver⸗ dacht gegen die Tochter noch tauſendmal mehr. Eine Menge von Umſtänden trafen zuſammen, welche ſeiner geſtörten An⸗ ſchauungsweiſe überwältigende Beweiſe zuführten.

Sie hat ihren Vater zu vernichten geſucht, dachte er; ſo hat ſie ſich auch kein Gewiſſen daraus gemacht, ihre Mutter zu vernichten. In dem einen Falle ſchien ſie kei⸗ nen beſonderen Zweck zu haben; in dem anderen war ihr Hauptzweck die Rache neben anderen vielleicht noch niedri⸗ geren aber nicht weniger zwingenden Abſichten. Ich mag den Fall drehen und wenden wie ich will das Reſultat bleibt immer daſſelbe. Die Mutter widerſetzt ſich der